E-Commerce in Frankreich: 10 Dinge, die Sie wissen müssen

19 September, 2017

Frankreich öffnet sich immer mehr dem internationalen E-Commerce. Doch wo genau liegen hier die Chancen und Herausforderungen?

Unternehmen, die in den vielversprechenden französischen E-Commerce einsteigen wollen, müssen zahlreiche Aspekte beachten. Da sind Expertentipps genau richtig: Von M-Commerce bis zu kostenlosem Versand – Manuel Bonnin, Head of Industry, E-Commerce & Distance Selling bei Asendia, berichtet direkt aus der Praxis.

1. Frankreich ist der drittgrößte E-Commerce-Markt – und er wächst weiter

Mit 72 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2016 ist Frankreich der drittgrößte E-Commerce-Markt in Europa (und der sechstgrößte der Welt). E-Commerce macht in Frankreich knapp unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus – eine der höchsten Quoten in Europa. Derzeit gibt es etwa 200.000 aktive französische Online-Shops. Das sind 12 Prozent mehr als noch im Jahr 2015.

2. Rege Internetnutzung stützt den französischen E-Commerce

Rund 47 Millionen Menschen in Frankreich – 87 Prozent der Bevölkerung – sind Internetnutzer, 62 Prozent nutzen ein Smartphone. Jüngsten Statistiken zufolge machen mobile Transaktionen etwa 15 Prozent des Online-Umsatzes im Land aus. Die Nutzung von Mobilgeräten für Online-Shopping und Onlinezahlungen nimmt an Fahrt auf und kurbelt die Besucherzahlen auf den Websites der Einzelhändler an.

Nehmen wir zum Beispiel die Verkaufsplattform Vente-Privée: Über die Hälfte der Kunden greift darauf via Smartphone zu. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs: 2016 belief sich der M-Commerce-Umsatz in Frankreich auf sage und schreibe 9,9 Milliarden Euro. Rechnen Sie damit, dass bald weitere französische Unternehmen höhere Umsätze für Transaktionen per Smartphone als per Desktop-Computer bekanntgeben werden.

3. Bekleidung und Schuhe stehen an der Spitze

Bekleidung und Schuhe sind in Frankreich die Spitzenreiter bei den online gekauften Produkten. Bei den Dienstleistungen hingegen liegen Reisen in der Gunst der Verbraucher vorne. Frankreich verzeichnet derzeit aber auch in Bereichen des E-Commerce starkes Wachsum, die früher weniger beliebt waren. So hat etwa der Onlinehandel mit Lebensmitteln 2015 um fast 23 Prozent zugenommen, während die Heim- und Gartenkategorie einen Anstieg um 25 Prozent auf fast 3 Milliarden Euro für sich verbuchen konnte.

4. Auf Frankreichs Online-Markt gibt es viel Konkurrenz

Frankreichs E-Commerce ist ein Markt, der nicht leicht zu knacken ist. Dies liegt an der Stärke der nationalen Einzelhandelsmarken wie Fnac, Carrefour, Leclerc, Leroy Merlin oder Darty und reiner Online-Player wie Cdiscount oder Vente-Privée. Einige der großen internationalen Onlinehändler wie Amazon, Zalando, Alibaba, Ebay oder Asoc stoßen jedoch auf zunehmendes Interesse, da auch immer mehr französische Verbraucher beim Online-Shopping auf Preisvorteile aus sind.

5. Komfort wirkt als Innovationstreiber

Viele Unternehmen führen zurzeit neue Online-Produkte und -Dienstleistungen ein, um das Einkaufen im Netz für französische Kunden noch einfacher zu machen. So gibt es beispielsweise von Bic seit kurzem ein Rasierklingen-Abonnement, bei dem die Kunden für 5 Euro im Monat Rasierer und Ersatzklingen direkt nach Hause geliefert bekommen. Dieses Jahr hat Amazon sein Prime-Angebot auch in Frankreich eingeführt und das Land somit auf Augenhöhe mit dem Rest Westeuropas gebracht.

6. Französische Online-Zahlungsmittel sind erstklassig

Frankreichs Zahlungsinfrastruktur ist ein maßgeblicher Wachstumsfaktor für E-Commerce und mobile Transaktionen im Einzelhandel – insbesondere das Debitkartensystem der sogennanten „Carte Bancaire“ (CB). Mehr als 94 Prozent der französischen Bevölkerung über 15 Jahre besitzt eine CB-Karte: Über 63 Millionen solcher Karten wurden ausgegeben. Daneben existieren in Frankreich auch circa acht Millionen PayPal-Konten.

7. Die eigene Sprache ist für französische E-Commerce-Kunden das A und O

„Eine fremdsprachige oder schlecht ins Französische übersetzte Website hat kaum Aussicht auf Erfolg“, berichtet die Ecommerce Foundation. Die meisten französischen Verbraucher erwarten einen Internetauftritt in ihrer Sprache. Übersetzen Sie also Ihre Website oder binden Sie zumindest eine Übersetzungsfunktion ein – und stimmen Sie alle Maßnahmen aufeinander ab, Ihre Werbung eingeschlossen.

Suchmaschinenoptimierung (SEO) spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Statistiken von Search Laboratory zufolge erwarten etwa 70 Prozent der französischen E-Commerce-Nutzer, dass das, wonach sie suchen, bei den Suchmaschinenergebnisse oben steht. Stellen Sie also sicher, dass Ihre Website entsprechend optimiert ist.

8. Frankreich unterliegt EU-Verordnungen

Es kann sein, dass Kunden/Importeure auf Güter, die sie nach Frankreich einführen wollen, Umsatzsteuer, Zölle und/oder Verbrauchssteuern entrichten müssen, bevor sie die Waren in Empfang nehmen können. Die jeweiligen Steuern und Zölle sind davon abhängig, ob die Waren innerhalb oder außerhalb der EU abgeschickt wurden. Der französische Umsatzsteuersatz ist mit 20 % genauso hoch wie in Großbritannien und vielen anderen EU-Ländern. Allerdings sind die französischen Zollbestimmungen oft schwierig zu durchblicken. Es ist daher wichtig, sich hierbei einen kompetenten Partner an Bord zu holen.

9. Die Nachverfolgung internationaler Sendungen zählt

Französische E-Commerce-Kunden erwarten volle Transparenz, was den Status ihrer Bestellung angeht: Benachrichtigungen per E-Mail und webbasierte Tools spielen hier eine wichtige Rolle. Die Lieferung nach Hause steht in Frankreich immer noch ganz oben auf der Beliebtheitsskala, gefolgt von der Lieferung an eine Abholstelle. Französische Verbraucher wollen einfach den besten internationalen Versand und immer flexiblere Lieferoptionen.

10. Kostenloser Versand ist in Frankreich ein Pluspunkt

Und immer mehr Franzosen erwarten ihn auch. Daher sind zeitintensive Überlegungen zu Aspekten wie Kosten, Pünktlichkeit, Service und Effizienz essenziell für den Erfolg. Aber trotz aller Komplexität und hohen Ansprüche des Marktes – Frankreichs Interesse am E-Commerce ist ungebrochen.

[Quelle: Ecommerce Europe]

Weitere Informationen, wie Asendia Ihnen zu mehr Erfolg beim E-Commerce in Frankreich verhelfen kann, finden Sie auf unserer Seite über das Zielland Frankreich.

Manuel Bonnin

Head of Industry, E-Commerce & Distance Selling, Asendia Management