Mobile Commerce in Deutschland: Trend oder Zukunftsmusik?

19 Februar, 2018

Mobile Commerce in Deutschland: Trend oder Zukunftsmusik: Frau glücklich am Smartphone

Die Bedeutung mobiler Endgeräte nimmt immer weiter zu, was sich gerade für den Mobile Commerce auszahlt. Doch gilt das auch für Deutschland?

Ob in Form von mobilen Websites oder speziell programmierten Shopping-Apps wie von Amazon oder Zalando: Mobile Commerce (M-Commerce) wird immer erfolgreicher. So werden voraussichtlich in dieser Sparte des E-Commerce bis zum Jahr 2021 weltweit 6 Billionen Dollar umgesetzt werden. Gleichzeitig heißt es oft, dass Mobile Commerce in Deutschland noch auf den Durchbruch warten würde. Doch wie sieht die Entwicklung von Mobile Commerce in Deutschland konkret aus? Woran hapert es? Und was können deutsche Online-Shops tun, um die Mobile Experience ihrer User konkret zu verbessern? So viel sei schon gesagt: Es kommt auch hier vor allem auf die Grundlagen an.

Deutsche Mobile-Commerce-Entwicklung

Wer sich für die Mobile-Commerce-Entwicklung in Deutschland interessiert, für den bietet die Studie „Trends im E-Commerce – So shoppen die Deutschen“ interessante Anhaltspunkte. Sie wurde im Dezember 2017 durch Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) vorgestellt. Darin finden sich sowohl aufschlussreiche Zahlen zur deutschen Verbreitung von M-Commerce als auch plausible Gründe für den bisher ausbleibenden Durchbruch hierzulande. Zunächst zur generellen Lage: Welche Endgeräte nutzen die Befragten für ihre Online-Käufe? 26 % nutzen ihr Tablet und bereits 46 % ihr Smartphone. Die jetzige Smartphone-Nutzung ist umso beeindruckender, wenn man sich die Entwicklung anschaut: 2016 waren es 39 % und 2014 nur 20 %.

Gerade bei den jungen Usern ist M-Commerce auf dem Vormarsch: Nutzten bei den 14- bis 29-Jährigen 2014 nur 36 % ihre Smartphones für Online-Shopping, waren es 2017 bereits beeindruckende 76 %. Bei der Altersklasse „50-64 Jahre“ liegt ein Wachstum von 15 % Prozent vor. Interessant ist auch der Vergleich mit den Zahlen zur Nutzung von Desktop-PCs. Zwischen 2014 und 2017 ist bei der Desktop-Nutzung ein Rückgang von 10 % auf insgesamt 48 % zu verzeichnen. Während die deutschen Zahlen zum M-Commerce nicht spektakulär ausfallen, zeigen sie dennoch eine eindeutige Entwicklung: Online-Shopping via Smartphone gehört die Zukunft.

Daran hapert es noch beim Mobile Commerce in Deutschland

Doch woran liegt es, dass Mobile Commerce in Deutschland noch nicht da ist, wo er sein könnte? In diesem Punkt ist ein Aspekt der Studie besonders aufschlussreich. So sagten 79 % der von Bitkom Befragten, dass sie an einem mobilen Endgerät häufig Käufe abbrechen. Das sind die Gründe für die Abbrüche:

● Schlechte Internetverbindung: 49 %

● Schwierigkeiten beim Bezahlen: 43 %

● Eine Website, die nicht nutzerfreundlich ist: 42 %

● Gewünschte Bezahlmöglichkeit war nicht vorhanden: 37 %

● Technische Probleme der Website: 32 %

● Fehlendes Vertrauen in den Betreiber: 32 %

Es ist also nicht Mobile Commerce als Konzept, sondern die Umsetzung, die auf die Bremse tritt. Somit bedarf es nicht einer Generalüberholung, sondern einer kontinuierlichen Verbesserung. Das entsprechende Fazit der Bitkom-Studie trifft es daher auf den Punkt: „Mobile Commerce: Smartphone-Shopping beliebt, aber verbesserungswürdig.“

So überzeugen Sie mobile Online-Käufer

Wie wir gerade gesehen haben, ist beim Mobile Commerce in Deutschland gerade der Bezahlvorgang ein Knackpunkt. Dies hat natürlich bei der Smartphone-Nutzung vor allem mit dem erheblich kleineren Display zu tun. Daran lässt sich nichts ändern, doch es haben sich einige Kniffe als sehr effektiv erwiesen. Die Eingabe von Nutzerdaten ist auf dem Smartphone komplizierter als am Desktop. Sie sollten es Ihren Kunden daher so einfach wie möglich machen, bei Ihnen zu bestellen: Reduzierte Designs, größere Buttons und Schriftarten sowie deutliche Kontraste sind bereits Schritte in die richtige Richtung. Und hinsichtlich des Bestellvorgangs gilt: Je weniger Formulare, desto besser. Mit der Möglichkeit, auch ohne Registrierung, d.h. als Gast, zu bestellen, schnellen Login-Funktionen und 1-Click-Bestell-Buttons erhöhen Sie zusätzlich die Zufriedenheit der Online-Shopper.

Zudem empfiehlt es sich, beim Zahlungsvorgang die Navigationselemente auszublenden, um Ablenkungen in dieser Hinsicht zu vermeiden. Eine Ablenkung anderer Art und ein spezifisch deutsches Thema ist das mangelnde Vertrauen der Verbraucher in den Datenschutz. Es ist nur verständlich, dass Konsumenten die Bezahlung am heimischen PC subjektiv sicherer erscheint als von unterwegs. Daher sollten Online-Shops die eigenen Sicherheitsprinzipien und -maßnahmen in der Außendarstellung hervorheben. Hierfür bieten sich vor allem E-Commerce-Siegel an. Im Jahr der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und E-Privacy-Verordnung sind Sicherheitsaspekte im Online-Handel ohnehin wichtiger denn je.

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