Versand in die Schweiz: Was ist zu beachten beim E-Commerce?

05 Oktober, 2017

Die Schweizer geben online mehr Geld aus als fast jede andere Nation: Umgerechnet etwa 2.100 € waren es bei der letzten Erhebung pro Person und Jahr. Es ist allerdings nicht nur die Kaufkraft der Eidgenossen, die die Schweiz zu einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten für Online-Händler macht.

Durch ihre zentrale Lage verfügt die Schweiz über gute internationale Anbindungen. Es ist bezeichnend, dass die schweizerische Post im Jahr 2017 zum besten nationalen Postunternehmen der Welt gewählt wurde. Zudem können viele Schweizer hervorragend Englisch – und nicht zuletzt spricht man hier dieselben Sprachen wie in den drei Nachbarländern Italien, Frankreich und Deutschland.

Welche Faktoren sollten Online-Händler also bei der Suche nach den richtigen Lösungen für den Versand in die Schweiz berücksichtigen? Im vorliegenden Beitrag erläutert Kai Schotten, Sales Manager bei Asendia Germany, Neueinsteigern im Schweizer E-Commerce die besten Versandoptionen. Dabei gibt er exklusive Einblicke in die Schweiz, die einen der kaufkräftigsten und spannendsten E-Commerce-Märkte der Welt vorweisen kann.

Schweizer E-Commerce: Starke Zunahme grenzüberschreitender Lieferungen

Der Schweizer Markt stellt eine enorme Chance für Online-Händler aus Übersee und Europa dar. Ein großer Teil des Online-Versandhandels in der Schweiz entfällt auf grenzüberschreitende Transaktionen. Besonders hoch im Kurs bei Schweizer Online-Käufern stehen Bekleidung, Reisen, Computer und Accessoires. Grenzüberschreitende Online-Käufe haben sich seit 2012 verdoppelt, das Wachstum des Marktes ist ungebrochen. Die Schweizer haben eine sehr hohe Kaufkraft, eine gute Zahlungsmoral und eine sehr niedrige Mehrwertsteuer von nur 8 Prozent.

Ungefähr 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung (8,3 Millionen) leben in urbanen Gebieten und generell wird das Zustellnetz der schweizerischen Post bevorzugt. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Online-Händler, die in die Schweiz versenden möchten, kaum oder gar nicht mit Sprachbarrieren konfrontiert sind. Englisch ist weit verbreitet. Etwa 66 Prozent der Schweizer sprechen von Haus aus Deutsch, 24 Prozent Französisch, 9 Prozent Italienisch und 1 Prozent Rätoromanisch. Wenn Sie überlegen, welche Versandlösungen Ihr Unternehmen für die Schweiz nutzen sollte, müssen Sie jedoch auch unbedingt die Präferenzen der Schweizer Online-Shopper berücksichtigen.

Versand in die Schweiz: Zustellpräferenzen der Konsumenten

Die meisten Schweizer sind immer noch bereit, auf ihre Lieferung zu warten. Im Jahr 2016 waren 40 Prozent der grenzüberschreitenden Lieferungen in die Schweiz Priority- (E + 1) und 60 Prozent Economy-Zustellungen (E + 2). Der Priority-Anteil wächst zwar, aber ich glaube nicht, dass wir jemals einen Punkt erreichen werden, an dem Priority-Zustellungen die Mehrheit ausmachen werden. Ungefähr 90 Prozent der Schweizer Kunden bevorzugen die Lieferung nach Hause, während 9,9 Prozent ihre online bestellten Waren lieber selbst abholen.

Asendia bietet ein breites Spektrum an Leistungen für den Versand mit Sendungsverfolgung (Fully-tracked Goods) und ein lokales Retouren-Management. Da die Schweizerische Post – unsere Muttergesellschaft – die Zustellung übernimmt, haben die Kunden die Sicherheit, dass ihre Lieferung von ihrem nationalen Postunternehmen abgewickelt wird. Die Infrastruktur, das Know-how über den Schweizer (E-Commerce-)Markt und das Zustellnetz der schweizerischen Post sind konkurrenzlos – und das Unternehmen ist in der ganzen Schweiz für seine Zuverlässigkeit und Qualität bekannt.

Online-Versandhandel in der Schweiz: Lieferoptionen

Mit der Lösung Premium Goods von PostPac können Pakete mit einem Gewicht bis zu 30 kg per Economy- oder Priority-Service verschickt werden, wobei verschiedene Zustelloptionen zur Verfügung stehen. Darunter fällt zum Beispiel die Lieferung nach Hause (mit oder ohne Unterschrift zur Empfangsbestätigung), Lieferung an eine Büroadresse und das sogenannte „PickPost“-Angebot, bei dem die Empfänger ihre Pakete an verschiedenen Abholstellen selbst abholen können. Asendia bietet darüber hinaus noch weitere Leistungen an, wie zum Beispiel Abend- oder Samstagszustellung.

Natürlich besteht eine reale Grenze zwischen Europa und der Schweiz, daher ist eine effektive Verzollungslösung von größter Bedeutung. Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Entweder Sie realisieren eine Einzelverzollung pro Paket und der Kunde entrichtet die Einfuhrumsatzsteuer und den Zoll bei Erhalt seines Pakets oder Sie entscheiden sich für die Sammelverzollung, bei der der Absender die Mehrwertsteuer und den Zoll trägt.

Es ist klar, dass ein Schweizer Online-Kunde eher wieder etwas bei Ihnen bestellen wird, wenn Sie die Mehrwertsteuer und die Zölle für ihn übernehmen. Daher bieten wir Zolllösungen, bei denen alle Einfuhrabgaben dem Absender in Rechnung gestellt werden, sodass für den Empfänger beim Erhalt seiner Waren keine zusätzlichen Kosten anfallen. Es gibt allerdings auch weitere Optionen. Sie sollten daher unbedingt frühzeitig mit Ihrem Logistikpartner sprechen. Asendia kann gemeinsam mit Ihnen die optimale Lösung für Ihre Anforderungen ermitteln und Sie bei der Minimierung der Kosten beim Versand in die Schweiz unterstützen.

Zahlungspräferenzen beim E-Commerce in der Schweiz

Die Zahlungsoptionen, die Sie anbieten, können u.a. zu einer stärkeren Kundenbindung beitragen. In der Schweiz sind die Zahlungspräferenzen von der Muttersprache des Kunden abhängig: Französisch und italienisch sprechende Käufer bezahlen für online gekaufte Waren am liebsten im Voraus per Kreditkarte. Die meisten Schweizer E-Commerce-Kunden ziehen es jedoch vor, auf Rechnung zu kaufen oder mit PayPal zu bezahlen. Besonders beliebt ist diese Option bei den deutschsprachigen Käufern, die 66 Prozent der Schweizer Bevölkerung ausmachen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, auf eine mehrsprachige Website mit .ch-Domain zu setzen. Dann wirkt sie für Schweizer Kunden direkt vertrauenserweckend. Darüber hinaus sollten die Preise immer in Schweizer Franken angegeben werden. Mit einem ausgewogenen Marketing-Mix, in den sich auch klassische Mittel wie Kataloge gut einfügen, können Sie Ihren Online-Shop in der Schweiz gezielt bekannt machen. Auch die bevorzugten Zustelloptionen der Schweizer und den Zoll sollten Sie stets berücksichtigen. Wenn Sie die genannten Punkte verinnerlicht haben, steht Ihrem Erfolg im Schweizer E-Commerce nichts mehr im Wege.

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Kai Schotten

Sales Manager, Asendia Germany